Von Alain Lewkowicz, Vincent Bourgeau, Samuel Pott und Marc Sainsauve

In Japan ist und bleibt "das Tagebuch der Anne Frank" ein unverwüstlicher Bestseller.
Ihre Geschichte ist so erfolgreich, dass ihr tragisches Schicksal sogar in einem Manga neu interpretiert wird.
Was zeigt dieser Erfolg darüber, wie die japanische Gesellschaft sich an den Zweiten Weltkrieg erinnert?

Dieser interaktive Doku-Comic gewährt Einblick in die unterschiedlichen Ansichten über die Shoah und Hiroshima und zeigt, welche Erfahrungen die Japaner und Europäer teilen – und welche nicht.

  • Alain Lewkowicz

    Regisseur

    In seinem Koffer, ein Diplom der Hochschule EHESS. Er hat mehrere Eisen im Feuer und viele Gesichter. Seine Domäne: Das Radio, das Fernsehen und manchmal die Schriftstellerei. Auf seinen Wanderstiefeln, die er seit über 20 Jahren nicht mehr ausgezogen hat, hat sich viel Staub angesammelt, vor allem asiatischer Staub, manchmal afrikanischer und noch seltener Staub aus anderen Ecken der Welt. Er ist ein Fan von René und Simon Leys, und Albert Londres hat ihn mit dem Reisefieber angesteckt.

  • Vincent Bourgeau

    Zeichner

    Nach seinem brillant abgeschlossenen Wirtschaftsstudium geht er an die belgische Kunsthochschule Saint-Luc, wo er Comiczeichnen studiert. Der Belgier macht seine ersten Gehversuche im Bereich des Grafikdesigns und der Pressezeichnung, bevor er sich als Autor und Zeichner von Kinderbüchern versucht. 18 Jahre nach „Ich hab’s satt ein Goldfisch zu sein“ und ein paar Wochen nach „Der kleine Zug“ arbeitet er nun an „Anne Frank im Japan der Mangas“, für große Kinder. Denn dafür muss man lesen können.

  • Marc Sainsauve

    Kameraman / Fotograf

    Vor mehr als 15 Jahren ließ er seine kanadischen Bienen und Bienenstöcke hinter sich und erfüllte sich einen Jugendtraum: Filme machen und um die Welt reisen. Manchmal tauscht er seine Kamera gegen einen Fotoapparat, um die Welt anders zu betrachten. Die Fotografie wird seine dritte Stimme, eine Art Universalsprache in einer Welt, die er wie der Schriftsteller Louis Calaferte beobachtet.

  • Herminien Ogawa

    Locationscout / Übersetzer

    Französisch-japanischer Hans Dampf in allen Gassen. Exzentrischer und überschwänglicher Künstler. Er verkörpert wohl am besten das Bindeglied zwischen Morgenland und Abendland. Gleich einem Candide führt ihn sein Optimismus zuweilen auf ungewöhnliche Lebenswege. Sein Traum: Tiefseetauchen und die Ozeane unseres Planeten durchqueren. Nach unserer Japanfahrt lebt er seine Kunst in den warmen Gewässern Indonesiens aus. Ein echtes Spektakel!



  • Présentation des personnages

  • Der annefrankische Reverend

    Makoto Otsuka

    Seine Begegnung mit Anne Franks Vater Otto Frank, im Jahre 1971, hat sein Leben verändert. Seitdem ist Reverend Otsuka, geistiger Führer der japanischen Kongregation Jesu, für den die Sprache Mose keine Geheimnisse mehr birgt, der annefrankophilste und annefrankologischste Japaner des Archipels. Seine Verehrung der Familie Frank hat bereits mehr als 100.000 Japanern ermöglicht, endlich die Bedeutung des Wortes „Holocaust“ zu ermessen. Ein Ding der Unmöglichkeit ... und ein Erfolg.

  • Der Sohn des Gerechten

    Chiaki Sugihara

    Das nationalsozialistische Deutschland ist für ihn nur eine vage Erinnerung. Litauen, wo sein Vater etwa 2.000 jüdische Familien vor dem sicheren Tod rettete, auch. Damit hat er nichts zu tun. Natürlich kennt er Anne Frank! Ihre Geschichte ist Hochspannung pur. Kein Vergleich mit den Erzählungen über Kamikaze, von denen jeder weiß, wie sie ausgehen. Der Orden des Gerechten unter den Völkern, der seinem Vater verliehen wurde? Eine ganz und gar jüdische Geschichte.

  • Der alte Extremist

    Hidetoshi Tsuruhoka

    Der ehemalige Karl-Marx-Epigone ist derselben wahnsinnigen Hysterie verfallen wie die rechtsextremen Fanatiker und Verteidiger des Recht des Stärkeren. Nein, die Menschen sind nicht alle gleich! Es gibt Herren und Sklaven! Dieser achtzigjährige Extremist der nationalistischen Rechten ist ein Anhänger des Bushido, des Ehrenkodex der Samurai, und er wäre gerne der erste japanische Kamikaze des 21. Jahrhunderts.

  • Der mutige Mangaka

    Hiroshi Motomiya

    Er hat versucht, die Wahrheit über die Massaker von Nanking zu sagen, und beschäftigte sich dafür mit Geschichte und den Erinnerungen seiner Familie. Aber in einem Japan, dessen Identität durch Brüche geprägt ist, scheint es unmöglich gegen den Strom zu schwimmen. Sein guter Wille fiel schließlich der Popkultur-Unterhaltungsbranche zum Opfer. Es kann eben nicht jeder ein Goldorak sein.

  • Der Verleger, ein Verfechter der Freiheit

    Yasuhiro Shigi

    Der Verleger des vielumstrittenen Mangaka Yoshinori Kobayashi weiß Eines mit Gewissheit: Man muss alles anzweifeln, auch entgegen allen Tatsachen. Auschwitz, Nanking, die Trostfrauen, die Einheit 731, die Massenmorde und systematischen Vergewaltigungen – gab es das alles wirklich? Misstrauen, Verblüffung und Skepsis sind die Worte, die er am liebsten benutzt.

  • Die Lehrerin in der Ecke

    Kimiko Nezu

    Ab in die Ecke mit der ungehorsamen Lehrerin! Sie wurde bestraft, weil sie sich weigerte, ihre Treuepflicht gegenüber der Fahne und der Nationalhymne wahrzunehmen. Alle Versuche, sie umzuerziehen und zu verbessern nützen nichts. Die Rebellin lässt einfach nicht locker. Seit ihrer Entlassung hat sie die Führung einer Gruppe von etwa 400 Lehrern übernommen, die aus den gleichen Gründen sanktioniert wurden wie sie. Der Widerstand bereitet sich vor.

  • Die Friedenstaube

    Steven Leeper

    Er redet wie ein Japaner, er bewegt sich wie ein Japaner, aber er ist kein Japaner. Er ist der amerikanische Botschafter Hiroshimas und Verwalter des Friedensdenkmals. In den Augen seiner Kritiker ist er der zum Gärtner gemachte Bock. In denen Augen seiner pazifistischen Befürworter aber, die Harmonie und Versöhnung wollen, ist er der ideale Bote. Wer könnte sich besser für die Aufgabe eignen, der Welt die Gefahren der Nuklearenergie zu erklären, als dieser Amerikaner, der japanischste aller Yankees?

Anne Frank im Land der Mangas

Nach einer Idee von Alain Lewkowicz

Seit seiner Erstveröffentlichung im Jahre 1952 ist "Das Tagebuch der Anne Frank" das meistgelesene und meiststudierte fremdsprachige Buch in Japan. Jeder kennt das kleine Mädchen aus Amsterdam und sein erschütterndes Schicksal, ob groß oder klein. "Das Tagebuch der Anne Frank" – ein Bestseller, der auch als Manga erhältlich ist, indem die Autorin jedoch auf eine tragische Heldin reduziert wird, die ein grausames Ende erleidet. Im Land der aufgehenden Sonne kennt man die Shoah kaum. Dieser Teil der Geschichte ist den Japanern fremd, trotz ihres Bündnisses mit dem Dritten Reich. Sogar ihre eigene Geschichte scheinen sie nicht besonders gut zu kennen: „Der Krieg ist grauenhaft. Und wir sind seine größten Opfer geworden, als die Amerikaner ihre Atombomben auf uns geworfen haben”, sagt Makoto Otsuka, Leiter der einzigen Gedenkstätte für Anne Frank und die Shoah in Japan, unweit von Hiroshima. Es sind Halbwahrheiten und Luftschlösser, die in Japan halbwegs konsensfähig sind.

Dieser aus der Ich-Perspektive erzählte, interaktive Doku-Comic erkundet Vorstellungen über die Vergangenheit, die in der heutigen japanischen Gesellschaft Gang und Gebe sind. Japan hat sich die universelle Figur Anne Frank zu Eigen gemacht und in einen Manga verwandelt – ein typisch japanisches Genre, das inzwischen in der ganzen Welt verbreitet ist. Den Autoren gelingt der Spagat zwischen kritischem Humor und dem ernsthaften Versuch, eine Brücke zwischen zwei Kulturen zu schlagen. Sie erzählen aus der Sicht von typischen Vertretern des Westens von ihrer Japanreise, und vermischen in ihrem Internet-Manga Zeichnungen, Fotos sowie Originalaufnahmen in Ton und Bild, um Licht in die verschwommenen Vorstellungen zu bringen, die die Menschen im Abendland normalerweise von Asien haben.

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  • Anne Frank im Land der Mangas
    • Nach einer Idee von Alain Lewkowicz
  • Ein interaktiver Doku-Comic von
    • Alain Lewkowicz
    • Vincent Bourgeau
    • Samuel Pott
    • Marc Sainsauve
  • Mit der Teilnahme von
    • Makoto Otsuka, Chiaki Sugihara, Hidetoshi Tsuruhoka, Hiroshi Motomiya, Yasuhiro Shigi, Kimiko Nezu, Steven Leeper.
  • Eine Koproduktion Arte France, Subreal Productions
    • Regie : Alain Lewkowicz
    • Multimedia-Konzeption : Samuel Pott
    • Zeichnungen : Vincent Bourgeau
    • Fotos und Videos : Marc Sainsauve
    • Technische Leitung Flash-Animation : Arnaud Gatouillat
    • Grafische Konzeption : Roland Lecouteux
    • Flash-Integration und Animation: Christophe Choffel
    • Nachbearbeitung der Fotos : Julie Carretier-Cohen
    • Übersetzungen und Location-Scouting in Japan : Herminien Ogawa
    • Übersetzungen : Mathilde Sobottke, Léa Le Dimna, Anouk Macquet
    • Tonaufnahme der Kommentare : Jean-Christian Viry
    • Tonmischung : Nao Kaneko
    • Produktionsassistenz : Moane Rosello

    • Technische Mittel : Loca Images, HLC Production, le 36

  • Arte France
    • Marie-Laure Lesage, David Carzon, Marianne Lévy-Leblond, Lili Blumers, Daniel Khamdamov, Anne Pradel, Jérôme Vernet, Marie Chevalier, Adrien Carpentier, Julien Vidal

  • Subreal Productions
    • Guillaume Podrovnik
    • Olivier Heinemann

  • iq12
    • Samuel Pott
    • Arnaud Gatouillat
    • Christophe Choffel

  • Presse
    • Rima Matta, Arte France
  • Copyright
    • « Anne Frank », de Chibimaruko-chan ; Dessins de Kagome Miyahara ; © Editions Shueisha, tous droits réservés. « Anne Frank », de TAKASE, Naoko ; © Editions SHOGAKUKAN INC., tous droits réservés. « Sugihara Chiune », de ABE, Sayori ; © Editions SHOGAKUKAN INC., tous droits réservés. « Manga de Dohuka , Waga Toso » ; © Variety Art Works, Editions East Press, tous droits réservés.
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